U15w-Finale in Nordhausen: Große Erwartungen, harte Lehren und ein versöhnlicher Abschluss
Der Finalspieltag der Landesmeisterschaft U15 weiblich in Nordhausen verlief für den VfB 91 Suhl deutlich anders, als es sich Team und Trainer im Vorfeld erhofft hatten. Nach der direkten Qualifikation war die Hoffnung groß, im Konzert der besten sechs Thüringer Mannschaften ein Wort um die Medaillen mitzureden – am Ende blieb jedoch nur der fünfte Platz und die Erkenntnis, wie entscheidend der mentale Faktor im Volleyball sein kann.
Schon in der Vorrunde lief vieles nicht zusammen. Gegen den Geraer VC I fand das Team nie richtig in den eigenen Rhythmus und musste sich in zwei Sätzen geschlagen geben. Noch schwerer wog aus Sicht von Trainer und Mannschaft die Niederlage gegen den Schmalkalder VV – ein Spiel, in dem Suhl nicht zu seinen Stärken fand und sich zunehmend vom eigenen Erwartungsdruck lähmen ließ.
Trainer Tobias Walther-Raßmann sprach nach dem Turnier offen an, dass der große Wunsch nach einer Medaille offenbar mehr blockierte als beflügelte:
„Es war kaum Spielfreude zu erkennen. Statt mutig Volleyball zu spielen, lag der Fokus zu sehr darauf, bloß keine Fehler zu machen. Mental waren wir an diesem Tag nicht bereit.“
Technisch sah der Coach seine Mannschaft durchaus auf gutem Niveau – die Entwicklung in den letzten Monaten sei enorm gewesen. Entscheidend sei diesmal jedoch der Kopf gewesen: wenig Kommunikation, kaum Emotionen, wenig spürbarer Teamfight. Auch er selbst nahm sich dabei in die Pflicht, den mentalen Bereich zuletzt zu wenig in den Trainingsfokus gerückt zu haben.
Kapitänin Anna Leinhos schilderte den Tag aus Spielersicht ähnlich: Die Vorfreude war groß, die Aufregung spürbar – doch nach den ersten Punktverlusten kippte die Stimmung. Motivation wollte nicht richtig greifen, und stellenweise schlich sich das Gefühl ein, den Gegner vielleicht unterschätzt zu haben.
Gleichzeitig zeigte sich aber auch, wie wichtig Zusammenhalt ist: Das Team versuchte sich gegenseitig aufzubauen und im Spiel um Platz fünf noch einmal alles reinzuwerfen.
Und genau dort blitzte noch einmal auf, wozu diese Mannschaft fähig ist. Mit deutlich gelösterem Auftreten und ohne den großen Druck im Nacken gelang im Platzierungsspiel gegen den Geraer VC II ein umkämpfter Sieg im Tiebreak. Für Tobias Walther-Raßmann ein kleines, aber wichtiges Zeichen:
„Da war plötzlich wieder Spielfreude da. Die Mädels haben gezeigt, was möglich ist, wenn der Kopf frei ist.“
Trotz der Enttäuschung über den verpassten Sprung in die Top vier überwiegt im Verein der Blick nach vorn. Die technische Entwicklung, das Spielverständnis und das Potenzial dieser jungen Mannschaft stimmen optimistisch. Gleichzeitig hat dieser Finalspieltag deutlich gemacht, wie sehr Volleyball auch ein mentales Spiel ist – und wie wichtig es sein wird, genau dort künftig weiter anzusetzen.
„Fehler gehören zur Entwicklung dazu“, so Walther-Raßmann. „Gerade an solchen Tagen lernt man oft mehr als nach Siegen.“
Mit den gesammelten Erfahrungen geht der Fokus nun auf die letzten anstehenden Jugendspieltage – und anschließend auf eine intensive Off-Season, um sowohl sportlich als auch mental die nächsten Schritte in Richtung Saison 2026/2027 zu gehen.
Auch wenn der Finaltag nicht die erhoffte Medaille brachte: Diese Mannschaft hat gezeigt, dass sie grundsätzlich oben mithalten kann. Jetzt gilt es, aus dieser Momentaufnahme zu lernen – und beim nächsten Anlauf stärker zurückzukommen.lernen, den Kopf zu stärken – und beim nächsten Anlauf mit noch mehr Selbstvertrauen zurückzukommen.
Alle Ergebnisse im Überblick:
Vorrunde Gruppe B
GVC 1 : VfB Suhl U15w I
2:0 / 50:38 (25:18 25:20)
VfB Suhl U15w I : Schmalkalder VV
0:2 / 34:50 (19:25 15:25)
Spiel um Platz 5:
GVC II VfB : Suhl U15w I
1:2 / 55:64 (26:24 18:25 11:15)
