VfB 91 Suhl

Verein für Ballsportarten 91 Suhl

„Einfach machen! Es könnte ja gut werden.“ – Auszeichnung für Tobias Walther-Raßmann

Eine besondere Überraschung gab es für unseren Vorstand Sport Tobias Walther-Raßmann: Im Rahmen der Aktion „Ehrenamt – Helden im Sport. Überrascht sie!“ des Landessportbundes Thüringen wurde sein ehrenamtliches Engagement für den VfB 91 Suhl ausgezeichnet. Vorgeschlagen hatte ihn Vorstandskollege Ulf Greiser – die eigentliche Übergabe übernahmen anschließend aber diejenigen, mit denen vor vielen Jahren ein wesentlicher Teil dieser Geschichte begonnen hatte: seine Spielerinnen.

„Wegen seines außerordentlichen ehrenamtlichen Engagements im Verein“, antwortet Ulf ziemlich eindeutig auf die Frage, warum seine Wahl auf Tobias gefallen ist. Als Vorstand Sport organisiert dieser heute große Teile des Spielbetriebs unserer zahlreichen Erwachsenen- und Nachwuchsmannschaften. Vieles davon findet abseits des Spielfeldes statt und bleibt für Außenstehende weitgehend unsichtbar. Hallenzeiten müssen verteilt, Mannschaften und Trainer koordiniert, Spieltage organisiert, Busse geplant und viele kleine Zahnräder so aufeinander abgestimmt werden, dass am Wochenende tatsächlich Volleyball gespielt werden kann. Gerade die jährliche Hallenzeitenplanung und die Zusammenstellung der Teamkader seien mitunter „hochexplosiv“, erzählt Ulf mit einem Augenzwinkern. Neben Organisationstalent brauche es deshalb vor allem Einfühlungsvermögen und gelegentlich starke Nerven. Und all das muss neben Familie und Beruf funktionieren. „Trotzdem kann man sich auf Absprachen mit ihm verlassen“, sagt Ulf.

Begonnen hat Tobias‘ ehrenamtlicher Weg im VfB allerdings nicht am Schreibtisch, sondern in der Halle. Als für die damaligen „Küken“, die U10-Ballschule des Vereins, ein zusätzlicher Trainer gesucht wurde, stieg er gemeinsam mit Trainerkollegin Diana ein. Aus den Küken wurden passend zum Suhler Wolfsrudel bald die „Welpen“ – und aus einem ersten Engagement wurde eine Aufgabe, die ihn bis heute begleitet. „Seitdem bin ich mit einigen Mädels, die damals dabei waren, mitgewachsen und trainiere sie noch heute“, erzählt Tobias. Viele weitere seien in den vergangenen Jahren dazugekommen, denen er seine Leidenschaft für den „geilsten Mannschaftssport der Welt“ näherbringen durfte. Nach und nach kamen weitere Aufgaben hinzu, bis er schließlich die Verantwortung als Vorstand Sport übernahm.

Dass die eigentliche Übergabe der Auszeichnung durch seine Spielerinnen im Training erfolgte, war deshalb durchaus passend – und Tobias selbst wichtig. Zuvor war er bereits im Kreis des Vorstands mit der Nachricht überrascht worden. „Ich war in dem Moment sehr dankbar“, erinnert er sich. Ganz einfach sei die Situation für ihn trotzdem nicht gewesen: „Ich stehe ungern selbst im Mittelpunkt. Trotzdem war es ein schönes Gefühl. Und es zeigt, dass sich die harte Arbeit doch auch bei anderen bemerkbar macht.“ Neben einer Urkunde erhielt er eine Überraschungsbox mit kleinen Präsenten des Landessportbundes und einem Decathlon-Gutschein.

Was ihn trotz des erheblichen Zeitaufwands immer wieder antreibt, sind vor allem die Momente, die unmittelbar auf dem Spielfeld entstehen: gemeinsam einen Punkt oder einen Sieg zu bejubeln, die Entwicklung der eigenen Spielerinnen zu erleben und gleichzeitig zu sehen, wie der Verein als Ganzes wächst. Zu seinen persönlichen Höhepunkten zählen die Begleitung zweier Jugendmannschaften zu Deutschen Meisterschaften am Ende der Saison 2024/25 sowie die gemeinsame Ehrung aller vier Erwachsenenmannschaften, die in der vergangenen Saison jeweils einen Medaillenplatz erreichen konnten. Gleichzeitig gehört zum Ehrenamt auch eine Seite, die weniger sichtbar ist. Viele Aufgaben werden nach Feierabend und neben einem Vollzeitjob erledigt. Wenn manches dadurch länger dauert, wünscht sich Tobias gelegentlich etwas mehr Verständnis. Umso wichtiger sei die Unterstützung aus seinem direkten familiären Umfeld: „Ohne das wäre all das nicht möglich.“

Ohnehin möchte er die Auszeichnung nicht allein auf seine eigene Arbeit bezogen wissen. „Ein Stück weit steht diese Auszeichnung stellvertretend für alle, die sich im Verein einbringen.“ Ulf Greiser sieht das genauso. Ohne die zahlreichen Menschen, die Woche für Woche einen Teil ihrer Freizeit investieren, „gäbe es den Verein bestimmt nicht mehr“. Für ihn ist das Ehrenamt schlicht „das Rückgrat des Vereins“.

Und vielleicht liegt genau darin auch der wichtigste Gedanke hinter der Aktion. Ein Sportverein lebt nicht allein von Punkten, Tabellen und gewonnenen Spielen. Er lebt von Menschen, die Training ermöglichen, Mannschaften begleiten, Fahrten organisieren, Hallen vorbereiten, Spieltage absichern, Verantwortung übernehmen – und dabei häufig arbeiten, ohne dass jemand außerhalb des Vereins überhaupt bemerkt, wie viel Zeit dahintersteckt.

Die Bezeichnung „Held im Sport“ für sich selbst anzunehmen, fällt Tobias deshalb zunächst nicht ganz leicht. In einer Zeit, in der immer weniger Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen, könne er sich mit dem Begriff inzwischen aber zumindest anfreunden. Viel wichtiger ist ihm ohnehin die Botschaft an diejenigen, die vielleicht selbst schon einmal darüber nachgedacht haben, sich in einem Verein einzubringen.

Sein Rat dafür braucht gerade einmal fünf Worte:

„Einfach machen! Es könnte ja gut werden.“