VfB 91 Suhl

Verein für Ballsportarten 91 Suhl

Damen IV – Starker Zusammenhalt, harte Rückschläge und am Ende ein verdienter Podestplatz.

Manche Saisons lassen sich nicht allein an Tabellenplätzen messen. Die Spielzeit der vierten Damenmannschaft des VfB 91 Suhl gehört genau in diese Kategorie. Mit einem starken dritten Platz in der Bezirksliga Süd-Ost steht am Ende zwar ein greifbares Ergebnis, doch der Weg dorthin erzählt eine deutlich größere Geschichte.

Als Trainer Tobias Walther-Raßmann die Mannschaft kurz vor der Saison 2024/2024 übernahm, stand vor allem eines im Mittelpunkt: ein Team formen. Viele junge Spielerinnen, ein neu zusammengestellter Kader und die klare Zielsetzung, sich sportlich wie mannschaftlich weiterzuentwickeln. Dass dieser Prozess so schnell sichtbare Früchte tragen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Der Start in die vor kurzem zu Ende gagangenen Spielzeit kam dann fast überraschend. Sieben Spiele, sieben Siege – eine Serie, die nicht nur für Euphorie sorgte, sondern auch die Erwartungen innerhalb der Mannschaft spürbar veränderte. Kapitänin Leonie Dischner erinnert sich an diese Phase als eine Zeit voller Emotionen: Die frühen Erfolge hätten dem Team gezeigt, was möglich ist, gleichzeitig aber auch Druck entstehen lassen.

Dieser Druck entlud sich schließlich zur Saisonmitte. Mit der deutlichen Niederlage gegen Sonneberg III begann eine Phase, die das Team vor eine echte Bewährungsprobe stellte. Weitere Spiele gingen verloren, teilweise gegen Gegner, die man zuvor noch besiegt hatte. Für die Mannschaft selbst kam dieser Einbruch unerwartet. Rückblickend sieht Leonie vor allem den selbst aufgebauten Druck als möglichen Auslöser – ein Faktor, der das Spiel zunehmend verkrampfte.

Auch für den Trainer war diese Phase herausfordernd. Es ging nicht nur darum, taktische oder spielerische Anpassungen vorzunehmen, sondern vor allem darum, den Spielerinnen den Spaß am Spiel zurückzugeben und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wieder aufzubauen. Walther-Raßmann entschied sich bewusst dafür, im Training neue Wege zu gehen – ungewohnte Ansätze, die letztlich genau den richtigen Impuls lieferten.

Mit der Zeit wurde sichtbar, wie sich das Team stabilisierte. Die Kommunikation auf dem Feld wurde klarer, die Körpersprache selbstbewusster, Absprachen funktionierten besser. Auch taktisch entwickelte sich die Mannschaft weiter, unter anderem durch die Umstellung auf einen Dreier-Annahmeriegel. Vor allem aber war es die mannschaftliche Geschlossenheit, die immer stärker zum Tragen kam.

Diese Entwicklung zeigte sich nicht nur in einzelnen Spielsituationen, sondern im gesamten Auftreten. Die Mannschaft wuchs enger zusammen, unabhängig von Altersunterschieden oder unterschiedlichen Erfahrungsständen. Freundschaften entstanden, Vertrauen entwickelte sich – Faktoren, die sich letztlich auch auf dem Spielfeld widerspiegelten.

Der letzte Spieltag wurde schließlich zum emotionalen Höhepunkt dieser Entwicklung. Gegen Eisfeld I, einen Gegner, gegen den man bereits in der Hinrunde hart kämpfen musste, zeigte das Team noch einmal sein gesamtes Potenzial. Der klare 3:0-Erfolg war dabei weit mehr als nur ein Sieg – er war ein Statement. Ein Beweis dafür, was möglich ist, wenn alles zusammenkommt.

Für Tobias Walther-Raßmann war dieser Moment besonders bedeutend. Nach den Zweifeln während der schwierigen Saisonphase sei dieses Spiel „Zucker für die Seele“ gewesen. Vor allem habe es ihm gezeigt, wozu die Mannschaft imstande ist – und gleichzeitig auch ihm selbst das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg zurückgegeben.

Am Ende steht mit Platz drei nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern vor allem eine deutliche Entwicklung. Spielerisch hat sich die Mannschaft verbessert, insbesondere in Annahme und Abwehr, die nun als stabile Basis dienen. Gleichzeitig sind viele Spielerinnen individueller geworden, mutiger im Spiel und gefestigter im Auftreten.

Eine besondere Rolle nimmt das Team dabei auch innerhalb des Vereins ein. Als Ausbildungsmannschaft ist es gelungen, Spielerinnen weiterzuentwickeln und an höhere Aufgaben heranzuführen. Erste Einsätze einzelner in der Damen III zeigen, dass dieser Weg funktioniert und die Arbeit Früchte trägt.

Mit Blick auf die kommende Saison bleibt vieles offen – nicht zuletzt durch mögliche Veränderungen im Kader. Klar ist jedoch: Das Fundament ist gelegt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie als Team funktionieren kann, dass sie Rückschläge verarbeiten kann und dass sie in der Lage ist, ihr Potenzial auf den Platz zu bringen.

Oder, wie es Kapitänin Leonie Dischner formuliert: „Das Ziel bleibt ein Podestplatz – und die Gewissheit, dass man gemeinsam noch viel mehr erreichen kann.“