Zwischen Pokal-Gänsehaut und Landesmeisterschaft – U16 des VfB 91 Suhl kämpft sich auf Platz vier
Ein Wochenende, das wohl niemand aus dieser Mannschaft so schnell vergessen wird: Während am Samstagabend in Mannheim die Bundesligamannschaft des VfB 91 Suhl mit einem leidenschaftlichen Auftritt den DVV-Pokal nach Suhl holte, stand für die U16 des Vereins nur wenige Stunden später das eigene Saisonhighlight auf dem Programm – das Finale der Thüringer Landesmeisterschaft in Eisfeld.
Viele der Spielerinnen hatten den historischen Pokalmoment live in der Halle miterlebt. Emotionen, Gänsehaut, Tränen der Freude – und eine lange Nacht auf der Rückreise. Doch schon am nächsten Morgen wartete die nächste Herausforderung.
„Ich habe von vornherein gesagt, dass sich keine dieses Highlight entgehen lassen sollte“, erklärt Trainer Tobias Walther-Raßmann. „So ein Abend kann einem Kraft für viele Jahre Volleyballbegeisterung geben. Am Ende haben wir miterleben können, wie unsere Bundesligamannschaft bis zum letzten Ball gekämpft hat und sich mit dem Pokalsieg belohnt hat.“
Für Kapitänin Frieda Hopfeld war dieser Abend ebenfalls ein besonderer Moment:
„Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper und Tränen in den Augen.“
Starker Beginn trotz kurzer Nacht
Mit dem SWE Volley Team I wartete in der Gruppenphase direkt ein Topfavorit auf die Suhlerinnen. Doch das Team zeigte von Beginn an, dass es bereit war, sich der Herausforderung zu stellen.
„Im ersten Satz halten wir lange mit und können auch Druck machen“, analysiert Walther-Raßmann. „Am Ende reicht es knapp nicht. Warum wir im zweiten Satz dann einbrechen, müssen wir noch genauer ergründen.“
Das zweite Gruppenspiel gegen Nordhausen entwickelte sich zum Pflichtsieg – und zu einem Spiel mit der bekannten Gefahr: Gegen vermeintlich schwächere Gegner darf man sich keine Nachlässigkeit erlauben. Doch die Suhlerinnen blieben konzentriert und sicherten sich mit einem 2:0-Erfolg den Einzug ins Halbfinale.
Auch Frieda beschreibt die Stimmung im Team am Morgen als überraschend energiegeladen:
„Wir waren sehr motiviert, voller Energie, die die Müdigkeit überwunden hat, und sehr konzentriert.“
Halbfinale gegen Sonneberg – lange auf Augenhöhe
Im Halbfinale wartete mit dem 1. Sonneberger VC ein Gegner, den die Mannschaft bereits aus der Saison gut kannte. Die Begegnung entwickelte sich zu einem intensiven Spiel, in dem die Suhlerinnen immer wieder mithalten konnten.
„Wir bekommen den Ball einfach nicht tot“, beschreibt der Trainer eine der entscheidenden Herausforderungen. „Wir halten gut mit, aber es gibt zwei Rotationen, aus denen wir im Side-Out nicht herauskommen.“
Gerade in solchen Phasen entschieden Kleinigkeiten über Punkte und Momentum. Viele lange Ballwechsel gingen am Ende knapp an den Gegner.
„Es gab einige Rallyes, die oft zu unseren Ungunsten ausgingen. Und dann reicht es leider nicht ganz.“
Mit der 0:2-Niederlage blieb für das Team nur noch die Chance auf Bronze.
Ein kleines Finale voller Emotionen
Im Spiel um Platz drei traf der VfB auf Gastgeber Eisfeld – ein emotional aufgeladenes Duell in einer lautstarken Halle. Für Kapitänin Frieda war es das intensivste Spiel des Tages.
„Es war sehr intensiv, weil es ein Heimspiel für Eisfeld war. Emotional war es auch, weil wir die Chance auf eine Medaille hatten. Es war ein Spiel auf Augenhöhe.“
Nach verlorenem ersten Satz zeigte die Mannschaft jedoch eine Entwicklung, die auch den Trainer stolz macht.
„Nach dem ersten Satz nochmal so zurückzukommen, hätten wir zu Saisonbeginn vielleicht nicht geschafft“, sagt Walther-Raßmann.
Die Suhlerinnen kämpften sich zurück, glichen zum 1:1 aus und gingen im Tiebreak sogar kurzzeitig in Führung. Beim 5:7-Rückstand startete das Team eine starke Serie und wechselte mit 8:7 die Seiten.
Doch Eisfeld konterte. Beim 9:12-Rückstand schien das Spiel bereits zu kippen – doch wieder kämpfte sich das Team zurück.
„Vor ein paar Wochen hätten sie sich vielleicht aufgegeben. Aber diesmal nicht“, so der Trainer.
Beim 12:12 war plötzlich wieder alles offen. Am Ende entschieden jedoch drei Punkte zugunsten des Gastgebers – und damit Platz drei.
Mehr als nur ein Ergebnis
Auch wenn am Ende „nur“ Platz vier steht, spiegelt das Ergebnis laut Trainer nicht vollständig wider, was das Team über die Saison hinweg erreicht hat.
„Annahme und Abwehr waren über die komplette Distanz sehr zufriedenstellend“, betont Walther-Raßmann. „Ich bin stolz auf das, was wir spielerisch erreicht haben – auch wenn sich das im Ergebnis nicht komplett widerspiegelt.“
Ein wichtiger Faktor in dieser Entwicklung war die Entscheidung, zwei U16-Mannschaften zu melden.
„Viele Spielerinnen konnten dadurch Spielpraxis sammeln. Alle haben sich weiterentwickelt – spielerisch, aber vor allem mental.“
Ein Team, das zusammengewachsen ist
Auch für Kapitänin Frieda liegt die größte Stärke der Mannschaft nicht nur im Spiel selbst.
„Die Freundschaften untereinander machen dieses Team besonders. Jeder versteht sich mit jedem. Wir sind nur zusammen ein starkes Team – und da zählt jeder, sowohl auf dem Feld als auch daneben.“
Diese Gemeinschaft zeigte sich besonders in schwierigen Momenten. Selbst im entscheidenden Spiel blieb das Team kämpferisch.
„Wir haben teilweise zu viel nachgedacht und waren nicht mehr voll fokussiert“, sagt Frieda rückblickend. „Aber wir haben bis zum Ende alles versucht.“
Erfahrung für die Zukunft
Für einige Spielerinnen war es die letzte U16-Saison, andere werden auch im kommenden Jahr noch einmal in dieser Altersklasse antreten. Für alle bleibt dieses Turnier eine wertvolle Erfahrung.
„Wir haben viele Erfahrungen gesammelt – positive wie negative“, sagt der Trainer. „Daraus zu lernen und Schlüsse zu ziehen, ist jetzt ihre, aber vor allem auch meine Aufgabe.“
Das Potenzial innerhalb der Mannschaft sieht er weiterhin klar.
„Da steckt bei vielen noch mehr drin. Jetzt geht es darum, ehrgeizig zu bleiben.“
Kapitänin Frieda formuliert es einfacher – aber nicht weniger treffend:
„Weiter machen und stolz sein.“
Nach einem Wochenende voller Emotionen, Pokal-Gänsehaut und intensiver Spiele bleibt genau das vielleicht die wichtigste Botschaft.
Alle Ergebnisse im Überblick
Vorrunde Gruppe A:
SWE Volley Team I : VfB Suhl U16w I
2:0 / 50:30 (25:21 25:9)
VfB Suhl U16w I : SVC Nordhausen
2:0 / 50:40 (25:17 25:23)
Halbfinale:
VfB Suhl U16w I : 1.SVC04 U16w
0:2 / 36:50 (17:25 19:25)
Kleines Finale:
SV – 03 Eisfeld w I : VfB Suhl U16w I
2:1 / 62:57 (25:20 22:25 15:12)









