U20m-Finale Landesmeisterschaft: Lernen auf höchstem Niveau
Vier Jahre ist es her, dass eine männliche U20 des VfB 91 Suhl auf der großen Bühne der Thüringer Landesmeisterschaft stand. Entsprechend besonders war das Wochenende in Gotha – auch wenn die sportlichen Ergebnisse am Ende hinter den eigenen Hoffnungen zurückblieben.
Schwierige Ausgangslage – klare Haltung
Schon vor Turnierbeginn war klar, dass die Voraussetzungen nicht optimal waren. Kapitän Merlin Weißensee ging angeschlagen ins Turnier, mehrere Spieler mussten ungewohnte Rollen übernehmen und einige Akteure standen erst seit kurzer Zeit im Kader. Für Trainer Elias Gröning stand dennoch fest: „Wir wollten das Turnier genießen und die Chance nutzen, uns nach vier Jahren wieder auf Landesebene zu messen.“
In einzelnen Phasen gelang genau das – insgesamt aber blieb die Mannschaft zu häufig hinter ihren Möglichkeiten.
Lehrreiche Vorrunde gegen starke Konkurrenz
Im Auftaktspiel gegen die Young Stars Thüringen wurde schnell deutlich, welches Niveau bei einer Landesmeisterschaft gefordert ist. Das Auswahlteam, durchweg auf Regionalliga-Niveau ausgebildet, setzte die Suhler früh unter Druck. Dieses Spiel war bewusst als Lernspiel deklariert – und genau so wurde es auch angenommen.
Deutlich enger verlief das zweite Vorrundenspiel gegen Nordhausen. Der erste Satz war lange auf Augenhöhe, ehe einige Eigenfehler in der Schlussphase den Satz kippen ließen. Der knappe Verlust wirkte nach – die Mannschaft fand nur schwer zurück in ihren Rhythmus und konnte das Spiel nicht mehr drehen.
Spiel um Platz 5: Kampf bis zum Schluss
Im abschließenden Spiel um Platz 5 gegen Schmalkalden zeigte das Team noch einmal Moral. Besonders der erste Satz war hart umkämpft, ging aber erneut knapp verloren. Auch im zweiten Durchgang fehlte in den entscheidenden Momenten die letzte Konsequenz. Am Ende stand ein sechster Platz – nüchtern betrachtet, aber mit wertvollen Erkenntnissen.
Teamgeist als tragende Säule
Kapitän Merlin Weißensee erlebte den Turniertag als intensiv und emotional:
„Ich hatte viel Verantwortung für Stimmung und Zusammenhalt. Gerade nach Niederlagen war es wichtig, positiv zu bleiben und das Team zusammenzuhalten.“
Was diese Mannschaft auszeichnet, wurde an diesem Tag besonders sichtbar: gegenseitiger Respekt, Zuspruch in schwierigen Phasen und der gemeinsame Wille, sich weiterzuentwickeln – auch dann, wenn es sportlich nicht läuft.
Entwicklung mit Blick nach vorn
Trainer Elias Gröning zieht ein realistisches Fazit:
Sportlich habe sich das Spielsystem spürbar stabilisiert, vor allem bei den Spielern, die bereits im Erwachsenenbereich eingesetzt werden. Gleichzeitig fehle noch die sportliche Breite, um auf diesem Niveau konstant mitzuhalten. Genau dort liegt der nächste Entwicklungsschritt: jüngere und neue Spieler weiter heranführen, Verantwortung verteilen und das Trainingsniveau insgesamt anheben.
Dass das Team trotz aller Umstände nah an die Plätze 3 bis 5 herankam, ist ein Mutmacher. „Nach der ersten Enttäuschung sollen die Jungs sehen, wie viel sie erreicht haben – vor allem im Vergleich zu den letzten Jahren,“ so Gröning.
Fazit
Das U20m-Finale war kein sportlicher Höhepunkt im klassischen Sinne – aber ein wichtiger Meilenstein. Die Mannschaft hat erfahren, wie hoch die Messlatte liegt, wo sie aktuell steht und woran sie arbeiten muss. Und sie hat gezeigt, dass Zusammenhalt, Lernbereitschaft und Perspektive stimmen.
Alle Ergebnisse im Überblick
Vorrunde:
Young Stars Thüringen : VfB Suhl U20m
2:0 / 50:22 (25:9 25:13)
SVC Nordhausen : VfB Suhl U20m
2:0 / 52:41 (27:25 25:16)
Spiel um Platz 5:
VfB Suhl U20m : Schmalkalder VV
0:2 / 37:51 (24:26 13:25)


