VfB 91 Suhl

Verein für Ballsportarten 91 Suhl

Perfektion als Ergebnis harter Arbeit: VfB-Damen II krönen Saison mit ungeschlagener Meisterschaft

19 Spiele, 19 Siege – Zahlen, die für sich sprechen und doch nur einen Teil dessen widerspiegeln, was die zweite Damenmannschaft des VfB 91 Suhl in dieser Saison geleistet hat. Mit einer perfekten Bilanz sichert sich das Team die Meisterschaft in der Thüringenliga und setzt damit ein Ausrufezeichen, das weit über die Liga hinausstrahlt.

Dass diese Saison eine besondere werden könnte, deutete sich früh an. Schon die ersten Spiele zeigten eine neue Stabilität und Souveränität. Kapitänin Magdalena „Lena“ Oeltermann erinnert sich an die Auftaktpartien gegen Altenburg und Bleicherode als Schlüsselmoment: Zwei klare Siege gegen Gegner, gegen die man im Jahr zuvor noch Probleme hatte – verbunden mit der Fähigkeit, enge Situationen für sich zu entscheiden. Für sie war das der erste Hinweis darauf, dass in dieser Saison etwas Außergewöhnliches entstehen kann.

Die Grundlage für diesen Erfolg wurde jedoch nicht erst in den Spielen gelegt, sondern vor allem im Training. Eine konstant hohe Trainingsbeteiligung, großer Ehrgeiz und der Wille, sich kontinuierlich zu verbessern, prägten die gesamte Saison. Trainer Elias Gröning hebt genau diesen Punkt hervor: Die Mannschaft habe sich diese Konstanz hart erarbeitet und die positive Entwicklung aus der Vorsaison konsequent fortgesetzt. Auch Trainerin Daniela Seeber sieht darin einen entscheidenden Faktor – die Kombination aus gewachsener Teamleistung und individueller Weiterentwicklung, insbesondere in der Schnelligkeit des Spiels.

Diese Entwicklung zeigte sich vor allem in der Art und Weise, wie das Team mit schwierigen Situationen umging. Vier Tiebreaks, ein 0:2-Rückstand gegen Oberweißbach – Spiele, die in der Vergangenheit möglicherweise noch verloren gegangen wären, konnten in dieser Saison gedreht werden. Die Mannschaft gab sich nie auf, kämpfte sich immer wieder zurück und bewies eine mentale Stärke, die den Unterschied ausmachte.

Ein weiterer Schlüssel lag im Zusammenspiel von Erfahrung und Jugend. Die jüngeren Spielerinnen brachten Dynamik, Athletik und unbändigen Ehrgeiz ins Team, während die erfahrenen Kräfte in entscheidenden Momenten Ruhe und Stabilität vermittelten. Diese Mischung funktionierte über die gesamte Saison hinweg und sorgte dafür, dass das Team auch in engen Phasen die Kontrolle behielt.

Spielerisch entwickelte sich die Mannschaft in nahezu allen Bereichen weiter. Besonders die Block-Abwehr-Struktur funktionierte auf hohem Niveau und ermöglichte zahlreiche Breakpunkte. Gleichzeitig wurde das Angriffsspiel schneller und variabler, wodurch es gelang, den eigenen Rhythmus konsequent durchzusetzen und den Gegnerinnen das eigene Spiel aufzuzwingen – ein Unterschied zur Vorsaison, wie auch das Trainerteam betont.

Was diese Saison jedoch besonders macht, ist die Konstanz. Auch an Tagen, an denen nicht alles funktionierte, fand das Team Wege, Spiele zu gewinnen. Dieser unbedingte Wille, sich durchzusetzen, gepaart mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, war die Basis für die perfekte Bilanz.

Dabei verlief die Saison keineswegs ohne Herausforderungen. Unterschiedliche Belastungen durch Schule, Arbeit und Spielrhythmus, Phasen ohne Wettkampf oder personelle Engpässe verlangten der Mannschaft immer wieder Anpassungsfähigkeit ab. Ein besonders prägendes Beispiel war ein Auswärtsspiel in Weimar, bei dem kurzfristig mehrere Spielerinnen ausfielen und dennoch souverän gewann. Solche Momente stehen exemplarisch für den Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Mit jedem Spiel wuchs das Selbstbewusstsein. Die Mannschaft entwickelte das klare Gefühl, jeden Rückstand aufholen zu können und jedes Spiel gewinnen zu können – eine Überzeugung, die sich durch die gesamte Saison zog und letztlich den Unterschied machte.

Am Ende steht eine perfekte Saison, die nicht nur sportlich beeindruckt, sondern auch die Entwicklung einer Mannschaft zeigt, die zusammengewachsen ist und gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen. Für Kapitänin Oeltermann ist diese Meisterschaft etwas ganz Besonderes – die erste ihrer Karriere und dann gleich ungeschlagen.

Mit dem Titelgewinn endet die Saison jedoch nicht, sondern öffnet die Tür für die nächste Herausforderung. Der Aufstieg in die Regionalliga ist beschlossen – ein Schritt, der neue Anforderungen mit sich bringt. Höheres sportliches Niveau, mehr Trainingsaufwand und die Notwendigkeit, sich erneut weiterzuentwickeln, werden die Mannschaft in der kommenden Saison begleiten.

Doch eines hat diese Spielzeit bereits bewiesen: Dieses Team ist bereit, Herausforderungen anzunehmen. Mit Ehrgeiz, Zusammenhalt und dem gewachsenen Selbstbewusstsein geht der Blick nach vorn – und vielleicht ist auch das Ende dieser perfekten Saison nur der Anfang von etwas noch Größerem.