VfB 91 Suhl

Verein für Ballsportarten 91 Suhl

Vom schwierigen Start zur Silbermedaille: VfB-Herren wachsen über sich hinaus

Mit Platz zwei in der Verbandsliga Süd hat die erste Herrenmannschaft des VfB 91 Suhl eine Saison abgeschlossen, die so vor Beginn kaum jemand erwartet hätte. Was am Ende wie ein klarer Erfolg aussieht, war über weite Strecken ein Prozess – mit Anlauf, Entwicklung und einem Team, das erst zusammenfinden musste.

Der Start in die Spielzeit verlief alles andere als reibungslos. Unterschiedliche Vorstellungen innerhalb der Mannschaft, eine Vorbereitung, die nicht optimal verlief, und ein Team, das sich erst finden musste – all das sorgte dafür, dass die Suhler zunächst nicht direkt in ihren Rhythmus kamen. Zur Halbzeit der Saison stand man mit 15 von 30 möglichen Punkten auf Rang vier – solide, aber noch weit entfernt von dem, was am Ende folgen sollte.

„Ziel war ursprünglich ein guter Mittelfeldplatz“, ordnet Trainer Mathias Fritsch ein. Dass daraus am Ende die Silbermedaille werden würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.

Mit Beginn der Rückrunde änderte sich jedoch vieles. Das Team war eingespielter, Abläufe griffen besser ineinander und die Ergebnisse wurden konstanter. Punkt für Punkt arbeiteten sich die Suhler nach oben, Rückschläge blieben weitgehend aus. Kapitän Robin Just beschreibt diese Phase als entscheidend: Nach einer durchwachsenen Hinrunde sei der Start ins Jahr 2026 „top“ gewesen – mit einer Serie von Siegen, die das Selbstvertrauen der Mannschaft spürbar wachsen ließ.

Ein Schlüssel für diese Entwicklung lag in der Mischung innerhalb des Teams. Erfahrung und junge, hungrige Spieler ergänzten sich zunehmend besser. Gerade die Integration der Nachwuchsspieler zahlte sich aus, wie auch Fritsch betont. Spieler wie Filip und Joni hätten wichtige Entwicklungsschritte gemacht und dem Team neue Impulse gegeben. Gleichzeitig sorgten die erfahreneren Spieler für Stabilität und Struktur.

Doch so wichtig die sportliche Entwicklung war – entscheidend war vor allem der Zusammenhalt.

„Das Team war unsere größte Stärke“, bringt es der Trainer auf den Punkt.

Auch Robin Just hebt genau diesen Aspekt hervor: Es sei nicht selbstverständlich, dass jeder für jeden kämpft, Wechsel funktionieren und die Stimmung trotzdem positiv bleibt – selbst in schwierigen Phasen. Gerade in einer ausgeglichenen Liga, in der viele Spiele auf Messers Schneide stehen, war dieser Teamgeist oft der entscheidende Unterschied.

Besondere Spiele oder einzelne Wendepunkte lassen sich dabei kaum festmachen. Vielmehr war es eine konstante Entwicklung, die sich vor allem in der Rückrunde zeigte. Vielleicht am ehesten noch der starke Rückrundenstart, der das Team endgültig auf Kurs brachte.

Am Ende steht ein zweiter Platz, der sportlich mehr ist als erwartet – auch wenn die Umstände der letzten Spieltage durch Spielabsagen einen kleinen Beigeschmack hinterlassen. Dennoch überwiegt klar das Positive: eine Mannschaft, die sich gefunden hat, die sich entwickelt hat und die sich für ihren Einsatz belohnt hat.

Nun richtet sich der Blick nach vorn – und der führt zwangsläufig zur Frage des möglichen Aufstiegs. Die Haltung im Team ist dabei klar: Wenn sich die Chance bietet, will man sie nutzen. Gleichzeitig ist allen bewusst, dass ein Schritt in die höhere Liga neue Anforderungen mit sich bringt. Mehr Trainingsintensität, zusätzliche Qualität im Kader und die Bereitschaft, auch Rückschläge auf höherem Niveau zu akzeptieren, werden entscheidend sein.

Für den Verein hätte ein Aufstieg eine besondere Bedeutung. Neben der sportlichen Weiterentwicklung wäre es auch ein wichtiges Signal für den Männerbereich – und könnte helfen, neue Spieler für den Volleyballsport zu begeistern.

Für Kapitän Robin Just ist das Thema Aufstieg dabei auch eine persönliche Motivation. Mit fast 43 Jahren steht er weiterhin auf dem Feld, misst sich mit den Jüngeren und bringt seine Erfahrung ein. Dass er auch künftig Teil dieser Entwicklung sein möchte, steht außer Frage.

Am Ende bleibt eine Saison, die vor allem eines gezeigt hat: Was möglich ist, wenn ein Team zusammenwächst. Eine Mannschaft, die sich von einem schwierigen Start nicht aus der Bahn werfen ließ, sondern Schritt für Schritt ihren Weg gegangen ist – bis auf Platz zwei.

Und vielleicht ist genau das erst der Anfang.