Vom Fehlstart zur Sensation: VfB-Damen III kämpfen sich auf das Podest
Was für eine Saison, was für eine Entwicklung – und was für ein Abschluss. Die dritte Damenmannschaft des VfB 91 Suhl beendet die Spielzeit in der Verbandsliga Süd auf einem starken dritten Platz. Ein Ergebnis, das zu Saisonbeginn kaum jemand so erwartet hätte und gerade deshalb eine ganz besondere Geschichte erzählt.
Der Start in die Saison verlief alles andere als optimal. Nur ein Sieg aus den ersten sechs Spielen, viele enge Sätze, wenig Ertrag – eine Phase, die das Team früh vor Herausforderungen stellte. Kapitänin Lisa Siebenlist beschreibt diese Zeit als holprig, aber gleichzeitig als wichtig für die weitere Entwicklung. Auch Trainer Oliver Kaiser ordnet ein: Der Grundstein für den späteren Erfolg wurde nicht trotz, sondern gerade wegen dieser schwierigen Phase gelegt. Denn was folgte, war eine beeindruckende Reaktion.
Der Wendepunkt kam im Dezember. Beim Heimspieltag gegen Ilmenau und Bad Salzungen griffen erstmals alle Abläufe ineinander, das Team belohnte sich mit zwei 3:1-Erfolgen und sechs Punkten – und plötzlich war spürbar, welches Potenzial tatsächlich in dieser Mannschaft steckt. Von diesem Moment an entwickelte sich eine Dynamik, die die gesamte Saison prägen sollte. Zehn Siege aus den folgenden zwölf Spielen sprechen eine klare Sprache und zeigen, wie stabil und gefestigt das Team im weiteren Verlauf auftrat.
Diese Entwicklung war kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit. Vor allem im Angriffsspiel wurde eine neue Effizienz erreicht, während gleichzeitig die Block-Abwehr-Struktur immer besser funktionierte. Gerade in der zweiten Saisonhälfte verzweifelten viele Gegnerinnen an der stabilen Defensive der Suhlerinnen. Doch neben allen taktischen und spielerischen Fortschritten war es vor allem der Teamgeist, der diese Mannschaft getragen hat. Rückstände wurden gemeinsam aufgearbeitet, schwierige Phasen überstanden und enge Spiele mit großer Leidenschaft entschieden. In einer Liga, in der oft Nuancen den Unterschied machen, war genau dieser Zusammenhalt ein entscheidender Faktor.
Auch individuell entwickelte sich das Team sichtbar weiter. Die Außenangreiferinnen übernahmen viel Verantwortung und trugen einen großen Teil der Offensivlast, während Zuspiel, Libera und Mittelblock zunehmend an Stabilität gewannen. Gleichzeitig wuchs Lisa Siebenlist immer mehr in ihre Rolle als Kapitänin hinein, übernahm Verantwortung und wurde zu einer wichtigen Führungsspielerin innerhalb der Mannschaft.
Der emotionale Höhepunkt folgte am letzten Spieltag. Im direkten Duell mit Ilmenau ging es um alles – Platz drei, vier oder fünf. In diesem Spiel zeigte das Team noch einmal eindrucksvoll, was in ihm steckt. Mit großem Einsatz, klarem Fokus und unbedingtem Willen sicherten sich die Suhlerinnen den entscheidenden Sieg. Für Lisa ein Moment, den sie so schnell nicht vergessen wird: Nach dem letzten Punkt habe ihr ganzer Körper gezittert, voller Adrenalin und kaum fassbar, dass man dieses Ziel tatsächlich erreicht hat.
Trotz aller Freude bleibt auch ein realistischer Blick. Ohne den schwachen Saisonstart wäre möglicherweise noch mehr drin gewesen. Doch genau diese Erfahrung gehört zur Entwicklung dazu und macht das Team stärker für die Zukunft. Die Zielrichtung ist klar: mehr Konstanz, von Beginn an Punkte sammeln und sich erneut im oberen Tabellenbereich festsetzen. Denn eines hat diese Saison gezeigt – in dieser Mannschaft steckt das Potenzial, dauerhaft oben mitzuspielen.
Am Ende steht ein dritter Platz, der sich wie deutlich mehr anfühlt. Eine kleine Sensation, wie es Trainer Oliver Kaiser beschreibt, und gleichzeitig der verdiente Lohn für eine Saison voller Arbeit, Entwicklung und echtem Teamgeist.









